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Seite 11 - Oktober 2008 (Urlaub in Spaien / Outing bei meiner Mutter) PDF Drucken
Geschrieben von: Tamara   
Sonntag, den 26. Oktober 2008 um 20:35 Uhr

11.10.2008 – Inselrundfahrt auf Mallorca

Die Vorgeschichte:
Anfang Dezember vielen meiner Frau und mir ein, dass wir noch keinen Urlaub gebucht hatten. Also nix wie hin zum Reisebüro.
Die Auswahl dort war mal wieder riesig. Nach kurzem hin- und herüberlegen haben wir einfach mal auf blauen Dunst hin gefragt, ob im "Es Port" noch ein Zimmer frei ist. Die Frage war zwar nur rein rhetorisch da wir davon ausgegangen sind, dass so kurzfristig dort sowieso kein Zimmer mehr zu bekommen sei, doch wir hatten Glück und genau zu der von uns geplanten Zeit 06.10. bis 21.10. war noch ein Zimmer frei und der Flug lag auch super, so dass wir quasi einen Tag geschenkt bekommen haben.
...
Irgendwann zwischendurch fragte mich meine Frau ob Tammy denn auch mitkommt. Einige Tage später habe ich noch einmal nachgefragt, ob das denn ernst gemeint war. ... das war es! Supi! Tammy kommt mit! :-)

Zwei Tage vor dem Abflug:
Wegen Stress auf der Arbeit habe ich meinen Koffer noch immer nicht gepackt. Am Samstag war es dann soweit: Sachen zusammensuchen. Ob ich wollte oder nicht, heute musste ich packen!
Die eine Hälfte des Koffers belegte Tammy. Drei Rocke, zwei Blusen, Sandalen, etwas Geschmeide, Sandalen und eine Grundausstattung an Makeup musste mit. Ups, wie schnell doch so eine Kofferhälfte voll ist ...
Am Sonntag habe ich mir noch schnell die Fingernägel frisch gegeelt und dann brauchten wir nur noch auf den Transferbus zum Flughafen zu warten, der dann auch am Montag um kurz vor 1:00Uhr auf der Matte stand. Koffer und Rucksäcke ins Auto, Schatzi eingeladen und los ging es. Am Flughafen in Hannover angekommen stellten wir mit Erschrecken fest, dass der Rucksack von Nathie (meine Frau), in dem ihr Personalausweis war, nicht dabei war!
Ich war mir zu 100% sicher, den Rucksack eingeladen zu haben. Der Fahrer behauptete allerdings das Gegenteil und meinte ich wäre niemals mit zwei Rucksäcken aus dem Haus gekommen. Ich konnte mir nur vorstellen, dass der Sack aus der offenen Heckklappe herausgefallen ist, als der Fahrer den Wagen vor dem Haus einige Meter vorgefahren hat weil er vor dem falschen Eingang stand.
"Niemals! Das kann nicht sein! Ich bin ganz vorsichtig angefahren!", so seine Worte. Hm, was nun? Ohne Papiere kein Flug! :-(
Ich habe also meinen Bruder nachts um 2:00Uhr aus dem Bett geklingelt und ihn gebeten mal vor unserem Haus nachzusehen ... und: Ich hatte recht! Der Rucksack lag vor dem Haus auf der Straße im Dreck. Ich konnte meinen Bruder überreden (war nicht wirklich schwer, denn auf meinen Bruder ist immer verlass), dass er uns den Sack nach Hannover zum Airport bringt.
Auf die letzte Minuten kam er an und wir haben auf den letzten Drücker noch unseren Flug bekommen.

Heute -Tammy-Tag!:
Nach dem Aufstehen habe ich mich erst einmal gründlich rasiert und danach sind wir ausgiebig frühstücken gegangen.
Während ich mich anschließend gedresst habe, war Schatzi kurz in die Stadt gegangen um Taschentücher zu holen. Als Überraschung hat sie mir Nagellack mitgebracht. Einen pinken und einen in violett, passend zu einem meiner Röcke! :-)
- Ach übrigens: Wir befinden uns gerade auf Mallorca in Port de Soller. Unser Hotel ist eine alte umgebaute Olivenmühle, umgeben von Bergen mit Terrassen auf denen alte Olivenbäume wachsen.
Als ich endlich fertig gedresst war ging es sofort los. Ab ins Auto, Fenster runtergekurbelt, Musik an und auf in Richtung dem kleinen Örtchen Randa.
Auf dem Weg nach Randa sind wir in Algaida von einem Polizisten angehalten worden. Er teile uns mit, dass die Innenstadt wegen einer Veranstaltung gesperrt sei und wir mussten umkehren. Er hat versucht uns eine Umleitung zu erklären. Das Problem war aber: Er konnte weder Englisch noch Deutsch und wir konnten kein Spanisch.
Nachdem er uns dreimal den Weg auf Spanisch erklärt hat, habe ich es dann auch verstanden und wir sind ohne Verfahren in Randa angekommen.
(Hinterher hat mir Schatzi gesagt, dass mich der Polizist angehimmelt hat. Ich bekam davon mal wieder nichts mit. :-( Sie sagte anschließend noch: "Spanieren stehen auf Schönheiten mit langen, dunklen Haaren. ;-) )
Auf dem Berg in Rand ist ein altes Kloster Namens "Santuaria de Nostra Senyora de Cura". Vor einigen Jahren waren wir bereits zweimal dort und jetzt wollen wir hier von Tammy Fotos machen. Leider war es heute auf dem Berg sehr windig und ungemütlich und mir wehten ständig die Harre in das Gesicht. Trotzdem sind es aber einige schöne Bilder geworden.
Auf dem Rückweg kamen wir noch einmal durch Randa und dort haben wir in den alten Gassen auch noch ein paar Fotos gemacht.
Anschließend sind wir weiter zum "Castell de Santueri" in Felantix. Es war von außen schön anzusehen, aber leider nicht begehbar. Trotzdem haben wir noch ein paar Aufnahmen gemacht und sind dann weiter zum Kloster "Eremita de Nostra Senyora de Bon Any", welches auch auf einem Berg liegt. Hier wurde seiner Zeit der Film "Der Name der Rose" mit Sean Connery gedreht. Auch hier haben wir natürlich wieder Fotos, unter anderem auch von kleinen, niedlichen jungen Kätzchen gemacht.
Auf der Toilette im Kloster habe ich festgestellt, dass mein Makeup mittlerweile vollkommen ruiniert ist. Man sollte nicht einfach mit einem Schwämmchen nachpudern wenn man schwitzt. Ich habe also die gröbsten Stellen mit einem Taschentuch korrigiert und anschließend wieder sauber Puder und Lippenfarbe aufgetragen. So konnte ich mich wieder unter Leute trauen ...
Aus Benzinmangel sind wir den Berg anschließend im Leerlauf heruntergerollt und direkt in der nächsten Tankstelle eingekehrt. Dort hat dann der nett lächelnde Tankwart unseren Wagen vollgetankt und schon konnte es weitergehen nach "Sa Font de Pin" (Die Quelle von Pina). Dies ist ein kleiner romantischer Ort und es gibt hier eine Quelle mit angeschlossener Wäscherei, die heute allerdings nicht mehr benutzt wird. ... und was haben wir hier gemacht? - Richtig: Fotos natürlich! ;-).
Mittlerweile waren wir bei 27°C Lufttemperatur völlig durchgeschwitzt und auch müde und haben uns wieder auf den Heimweg ins Hotel gemacht.
Dies war ein schöner und aufregender Tag. Gegen eine Wiederholung, so oder in ähnlicher Art irgendwo auf der Welt, habe ich nichts einzuwenden! .-)


14.10.2008 – Im Hafen von Port de Soller

Heute nach dem Abendessen wollten wir am Hafen von Port de Soller ein paar Fotos machen. Wir wussten zwar nicht ob es im Dunkeln funktioniert, aber einen Versuch war es trotzdem Wert.
Damit das Dressen nach dem Essen schneller geht, habe ich schon vorher geduscht und gründlich rasiert. Heute was es nach dem Abendessen noch so heiß, dass mir schon während des Schminkens der Schweiß in Strömen das Gesicht herunter rann – wie sollte es dann erst draußen werden? Egal! Gegen 20:00Uhr war ich fertig und wir begaben uns auf die Piste.
Heute war es ein etwas seltsames Gefühl raus zu gehen. Es lag vielleicht daran, dass in einem fremdem Land war und die Mentalität der  Einheimischen und der vielen Hotelgäste aus verschiedenen Ländern auch nicht genau kannte … und durch diese Massen Menschen musste ich durch bevor ich unten am Hafen auf dem Kai flanieren konnte. Einige Tage zuvor hatte es mir nichts ausgemacht durch Mallorca zu fahren und verschiedene Orte zu besichtigen. Das mag auch daran gelegen haben, dass ich dabei relativ normale Sachen anhatte. Heute allerdings hatte ich ein etwas kräftigeres Abend-Makeup aufgelegt und hatte meine Haare offen getragen. Etwas auffällig war wohl auch meine schwarze Bluse und der kurze, schwarze Stretchrock, der hinten und vorne geschlitzt war.
Wir gingen also am Hafen entlang und machten hier und dort ein paar Fotos. Als meine Frau mitbekam, dass sich hin und wieder einige Männer nach mir umdrehten, machte sie sich einen Spaß daraus und drehte sich, nachdem sie an uns vorbei waren um, um zu sehen ob sie auch noch hinterher gafften.
Zwei Härtefälle hatten wir weiter oben zwischen den Wohnhäusern die über dem Hafen im Hang lagen (Port de Soller ist von hohen Bergen umgeben).  Der eine war ein Spanier mit einem Säugling auf dem Arm, welcher vor seinem Haus das Kind in den Schlaf sang. Der Weg zwischen der Hauswand und dem Abhang war etwa zwei Meter breit und so kam es, dass wir ganz dicht an ihm vorbei mussten und ich habe ihm, als wir auf gleicher Höhe waren, direkt ins Gesicht gelächelt. Prompt hörte er auf zu Singen, lächelte zurück und guckte uns noch lange nach (sagte meine Frau, die sich ein paar mal umgedreht hat).
Das andere Extrem war ein Spanier, wahrscheinlich ein Fischer, der in etwa drei Metern Entfernung an uns vorbeiging, die Treppe hoch und dann parallel zu uns eine Ebene höher mit uns mitging und dabei ständig zu herunter sah. Hinter sagte meine Frau: „Bei den beiden hättet Du es wohl auch bis ins Bett geschafft, wobei dann die Überraschung bei denen wohl groß gewesen wäre.“
Wie es schon einmal geschrieben habe, bekomme ich es nie mit, wenn mich jemand interessiert ansieht oder mir nachschaut. Heute habe ich aber mal versucht bewusst darauf zu achten und habe die Männer, die mir entgegen kamen, beobachtet, wobei ich ihnen allerdings nicht nachschaute um zu sehen, ob sie sich nach mir umdrehen.
Ob es nun kleine Männergruppen waren oder einzelne Pärchen, der verstohlene Blick war immer der gleiche: „Ich bin verheiratet und gucke auch nur ganz zufällig zu Dir herüber, aber eigentlich fällt das doch gar nicht auf … oder!?“ – Ja, iss klar! „Mag sein, dass es anderen nicht auffällt, aber mir (die ausnahmsweise mal darauf geachtet hat) ist es aufgefallen und bestimmt auch Deiner Frau die neben Dir Hand in Hand geht … und außerdem sagt Dein Blick gerade mehr als 1000 Worte! :D“
Meine Frau wollte sich mit mir in eine Bar setzen und den einen oder anderen leckeren Cocktail schlürfen, aber dafür war ich heute nicht mutig genug, denn die Menschenmassen um mich herum waren mir doch etwas suspekt und außerdem hatte ich das Gefühl, dass mein Makeup vom vielen Schwitzen und Schweißabtupfen völlig ruiniert sei (hinterher auf dem Hotelzimmer stellte sich allerdings heraus, dass dem nicht so war).
Wir schlenderten also gemütlich zum Hotel zurück, machten unterwegs noch ein paar Bilder vor einer alten Kirche und beendeten die Fotosession im Hotel.


21.10.2008 - Outing bei meiner Mutter

Ich habe es lange vor mich hergeschoben, aber irgendwann musste es ja sein. Einen Tag zuvor bin ich aus dem Urlaub zurückgekommen und heute musste ich einkaufen um unseren Kühlschrank wieder zu füllen. Da meine Mutter selten mal in einen großen Lebensmittelmarkt kommt, habe ich sie eingepackt und wir sind losgebraust. Das hatte den Vorteil, dass ich schon mal die Lage peilen und abschätzen konnte ob sie gut drauf ist. Nach dem Einkauf wieder bei meiner Mutter angekommen, habe ich ihr erst einmal einige Bilder gezeigt und gefragt, ob sie wüsste wer das ist. Nö, wusste sie natürlich nicht. ;-)
Ich habe ihr dann erklärt, dass ich das bin und war nicht wirklich erstaunt, als sie sagte, dass sie sich schon so etwas gedacht hat, weil sie immer gemerkt hat, wenn ich als Kind auf dem Hausboden war und die Kleider meiner Schwestern anprobiert habe. Natürlich ist ihr das nie entgangen, aber sie hat nie etwas dazu gesagt. Ich war aber fest davon überzeugt, dass sie es mitbekommen hatte.
So einfach kann ein Outing bei einer Mutter sein. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass das auf keinen Fall immer so ist.
Wenig später kam dann noch meine Nichte hinzu, welche im gleiche  Haus wohnt. Da ich schon einmal dabei war, habe ich sie auch gleich aufgeklärt. Auch sie hatte kein Problem damit, dass ihr Onkel eine Tante ist. Sie freute sich, dass ich so offen damit umgehe.
Bei der Verabschiedung habe ich meiner Mutter noch ein Bild von mir in die Hand gedrückt. Mal sehen ob sie das auch an die Wand hängt, an der Bilder von all ihren Kindern und Enkeln hängen.


22.10.2008 - Eine SMS von meiner Nichte

"Huhu! Mama [also meine meiner Schwestern] weiß übrigens auch bescheid, sie hat gestern das Foto bei Oma [also meiner Mutter] auf dem Tisch gesehen und gefragt wer denn das hübsche Mädel ist! Da habe ich [also meine Nichte] nur  gesagt: Tja, überleg man! Die kennst Du schon seit 36Jahre!"

Meine SMS zurück: ":-) Hat sie sonst noch etwas gesagt? War sie geschockt?"

"Nee, sie hat eigentlich genauso reagiert wie ich! Jeder hat das Recht sein Leben so zu leben wie er möchte. Mir liegt aber noch eine Frage auf der Zunge und zwar: Wenn dann alle bescheid wissen, brauchst Dich ja nicht mehr zu verstellen, wir das dann auch komplett in der Öffentlichkeit von Dir ausgelebt? Ich frage nur weil ich neugierig bin und denke, dass sie das noch nicht realisiert hat, sie hat nämlich immer wenn ich das Thema angeschnitten habe gesagt, dass du ja wohl auf der Arbeit in 'normalen' Klamotten rumläufst. Mich würde das ja auch nicht stören, aber daran gewöhnen muss man sich schon."

Meine SMS zurück: "Auf der Arbeit bin ich 'normal', aber in der Öffentlichkeit laufe ich auch anders rum!"


Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 01. November 2008 um 19:48 Uhr
 
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