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Jessy – Eine Lebensgeschichte PDF Drucken
Geschrieben von: Tamara   
Sonntag, den 06. Juli 2008 um 23:20 Uhr
Einige von euch kenne bereits ein paar Impressionen aus dem Leben von Jessica, nun wollte ich gern mal die komplette Entstehung von der Jessica erzählen, von den Anfängen bis zu dem süßen Mädchen, das ihr kennt.
 
Das erste Erlebnis, an das ich mich erinnern kann, hatte ich etwa mit 12 Jahren. Vielleicht gehört es nicht in eine TG-Geschichte, trotzdem denke ich, dass es etwas ist, was damals schon in diese Richtung gezeigt hat. Meine 14 Jahre ältere Schwester war bei uns im Schützenverein im Mädchenfanfarenzug und hatte auch eine dementsprechende Uniform mit Stiefeln und allem, was dazugehört. Ich weiß nicht mehr warum, aber ich bin eines Tages, als ich allein war, bei uns auf den Dachboden gegangen und habe diese Stiefel gefunden. Ich weiß leider nicht mehr warum, aber ich habe diese Stiefel angezogen und bin damit ein paar Mal hin und her gegangen und habe sie dann wieder zurückgestellt. Wie gesagt, ich weiß nicht mehr warum ich das gemacht habe, aber das war mein erstes Zusammentreffen mit der Thematik, wenn auch unbewusst.
 
Etwa zwei Jahre später habe ich bei mir einen Fetisch entdeckt, der sicher ausschlaggebend für meine Entwicklung war. Zum Thema Fetisch erzähle ich später noch etwas mehr.
Ich bemerkte etwa mit 14 Jahren. dass ich eine Vorliebe für Stiefel und Schuhe entwickelt hatte, also kam in mir der Gedanke auf, mir doch selbst mal ein Paar Stiefel zu kaufen, da ich nie das Glück hatte jemand zu finden der meine Neigung teilte. Also: selbst ist der Mann und ab in die Stadt. Es hat fast ein halbes Jahr gedauert, bis ich mich getraut habe, mit den Stiefeln, die ich mir angesehen habe, auch zur Kasse zu gehen, sonst bin ich immer wie Falschgeld durch den Laden gelaufen und habe nie was mitgenommen. Es war eine riesige Überwindung für mich, der Verkäuferin den Karton zu geben, besonders als sie den Karton öffnete und mich fragend ansah stieg mir sofort das Blut in den Kopf. Natürlich habe ich mich dann nicht mehr in den Bus getraut um nach Hause zu fahren, es hätte ja jemand die Stiefel sehen können, was sollten die Leute von mir denken?! Also habe ich mich zu Fuß auf den Weg gemacht, was mal eben ein Weg von 7 km war. Leider war mir damals noch nicht bewusst, dass ich durch mein Verhalten, welches ich an den Tag legte, mehr auffiel, als wenn ich mich einfach in den Bus gesetzt hätte und gefahren wäre. Jetzt war ich also ein schüchterner 14 jähriger Junge, der sich mit hohen Plateaustiefeln in einer riesigen Deichmann-Tüte um Hausecken gewunden hat, als wäre er im Krieg und müsste erwarten jeden Augenblick einer Kugel zum Opfer zu fallen. Sehr unauffällig! Zuhause angekommen schloss ich mich sofort in meinem Zimmer ein, probierte meine Beute gleich an und war einfach nur glücklich.
Dies war der eigentliche Anfang von Jessica, doch noch lange nicht die Geburt.
Nach ein paar Wochen merkte ich dann aber, dass es mich nicht wirklich glücklich machte, mir nur die Stiefel anzuziehen. Ich dachte mir: „zu Stiefeln gehört ein Rock oder wenigstens eine eng geschnittene Hose“. Also raffte ich mich wieder auf, um wieder eine Einkaufstour zu starten. Genau wie bei meiner ersten Beute, den Stiefeln, sah ich mir die Sachen an, traute mich aber nie an die Kasse zu gehen und mir etwas zu kaufen. Also schlich ich wieder von Regal zu Regal, sah mir die Sachen an und schaute mich regelmäßig um, ob ich beobachtet wurde. Jetzt, im Nachhinein weiß ich, dass es Schwachsinn war was ich mir da für Gedanken gemacht habe. Den Verkäuferinnen ist das doch recht egal, was und wer da was kauft, Hauptsache, die machen Umsatz. Doch damals war mein Horizont noch nicht zu weit, dass ich das hätte sehen können.
Nach dem ich mich überwunden hatte, doch ein paar Dinge zu kaufen und mich auch daran erfreut hatte, merkte ich immer wieder,dass ich mit der Situation nicht glücklich war und warf alles in die Ecke, mit dem Hintergedanken, es wie eine Sucht bekämpfen zu müssen.
Diese Pause hielt nicht mal einen Monat. Ich kramte alles wieder heraus und vollzog es noch intensiver. Doch blieb ich auf dem Level, auf dem ich jetzt war. Ich besorgte mir nichts mehr, gab aber auch nix ab. Ich zog mir oft meine Sachen an, was mich zu dem Zeitpunkt sexuell erregte. Für mich war es ein Fetisch den ich auslebte, wenigstens dachte ich es damals. Bis zu meinem 16. Lebensjahr hielt ich das so durch, doch zufrieden war ich mit der Situation nicht. Sicher, weil ich sie nicht verstand. Ich bezog das ganze Thema damals auf die Sexualität, die ich auch erst zu dieser Zeit an mir entdeckte. Ich zog mich um, lief so etwas im Zimmer herum, onanierte und fühlte mich danach schlecht und schmutzig. Manchmal setzte ich mich danach komplett gedresst wie ich war (was ich damals als komplett gesehen hatte) in eine Ecke und habe eine Stunde geweint weil ich mich für krank gehalten habe und mich vor mir selbst ekelte. Mit 17 oder 18 Jahren war ich dann so deprimiert, dass ich alle Sachen verkauft, verschenkt oder weggeworfen habe und mit dem ganzen Thema nichts mehr zutun haben wollte. Der Scham vor mir selbst war noch nie so groß wie zu dieser Zeit.
Diese Pause habe ich fast 2 Jahre durchgehalten, was auch an meiner damaligen Partnerin lag, die dieses Thema verabscheute und nichts damit zutun haben wollte. Doch ich spürte in mir, wie der Druck wieder stieg, doch es war irgendwie anders. Ich war inzwischen 21 und etwas reifer. Ohne es zu merken, dass es wieder begann, schaute ich bei Ebay nach verschiedenen Klamotten, nur dieses Mal suchte ich nach kompletten Outfits, suchte gezielter und kaufte nicht alles was mir gefiel. Ehe ich mich versah, hatte ich wieder so viele Sachen zuhause wie 3 Jahre zuvor.
Trotz der Veränderung, die ich spürte, basierte das alles immer noch auf der Sexualität, auch wenn es nicht mehr so extrem war wie vorher. Ich zog mich um und fühlte mich so wohl. Dies war auch die Zeit, wo ich mir meine erste Perücke kaufte und mich vor den Spiegel stellte und versuche eine Frisur zu zaubern, was aber in einem Desaster endete. Aber ich war einen Schritt weiter, auch wenn es ein kleiner war. Trotzdem war mir zu der Zeit immer noch nicht klar, was ich war und was ich wollte. Ich begann zu dieser Zeit im Internet nach Gleichgesinnten zu suchen und stieß wie jeder der so angefangen hat, auf die Szene, in der es nur um Sex und Befriedigung von Fetischen ging und in diese Richtung entwickelte ich mich dann auch weiter, suchte Kontakte und versuchte Andere zu treffen. Als es dann zu einem Treffen kommen solle, merkte ich auf der Fahrt dorthin, dass es nicht das war, was ich wollte. Trotzdem fuhr ich weiter und traf mich mit diesem Mann. Im Nachhinein war ich froh, dass er verständnisvoll war. Wir haben uns fast 2 Stunden lang unterhalten aber es ist nichts passiert. Von dem Moment an wusste ich, dass es nicht das war was ich wolle! Mir ging es nicht um den Sex, mir ging es um was anderes. Aber was war es? Diese Frage blieb mir immer noch unbeantwortet.
 
Ich lebte mich weiter aus, auch wenn nur im verschlossenen Kämmerlein. Meist in meinem Zimmer, wenn ich am Computer saß und ganz normale Dinge tat. Ich fühlte mich wohl als Jessica. Zu dem Zeitpunkt hatte ich auch bereits den Namen gewählt. In der engeren Wahl waren noch Nadine und Jennifer. Langsam wurde mir das Dressen für die Einsamkeit zu langweilig und ich beschloss auf die Straße zu gehen. Natürlich war ich im Schminken grottenschlecht, also ließ ich das einfach sein. Dies war auch der Grund dafür, dass ich nur Nachts raus ging und dann nur da, wo nicht viel los war. Einmal eine Runde um den Block und wieder ab ins Auto. Das hielt so an bis vor knapp 2 Monaten.
Da lernte ich meine neue Freundin kennen. Sie sollte euch ein Begriff sein. Aus einem Zufall heraus outete ich mich bei ihr recht schnell, noch vor unserer Beziehung. Sie wusste also worauf sie sich einlässt, noch bevor wir ein Paar waren. Nachdem sie sich intensiver mit dem Thema beschäftigt hatte, stieß sie auf das Projekt „en femme“ meldetet sich dort an und erfuhr einiges über das TG-Sein, was auch mir noch verborgen war. Nachdem auch ich mich hier angemeldet hatte ging es recht schnell, was meine Entwicklung angeht. Mir wurde erst hier klar, dass es kein Fetisch und auch keine sexuelle Vorliebe war, was ich verspürte, sondern dass der Grund viel tiefer lag und noch lange nicht erforscht war. Was mir am meisten geholfen hat, war der Gedanke „Ich bin nicht allein und ich bin nicht krank!“. Maja und Sonya luden Elena und mich am 26.03.2008 zum Kaffeetrinken ein um Jessica endlich komplett zum Leben zu erwecken. Ich wurde an diesem Tag von Sonya geschminkt und fertig gemacht. Dies war auch die erste Begegnung für mich mit einem anderem TG und das erste Mal überhaupt für Elena. Das war die Geburtsstunde von Jessica, so wie sie jetzt lebt, ohne sexuellen Hintergrund und als eigene Persönlichkeit.
Hierfür möchte ich mich ganz herzlich beim Projekt „en femme“ bedanken, besonders bei Maja und Sonya.
 
Eure Jessica

 
 
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