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"Erste Hilfe" oder "Die Geburt" PDF Drucken
Sonntag, den 15. Juni 2008 um 22:00 Uhr

„Erste Hilfe“ oder „die Geburt“

 

 

Ist es zwischen einem Transgender und seiner Partnerin zu einem Outing gekommen, kann eine Phase in der Partnerschaft entstehen, in der beide sehr unglücklich sind und nicht wissen, wie es weitergehen soll.

 

Es gibt grundsätzlich zwei unterschiedliche Wege des Outings: freiwillig und unfreiwillig.

  • Ein freiwilliges Outing basiert auf der Entscheidung des Transgenders, endlich seiner Partnerin seine Situation anzuvertrauen. Er hat sich also bewusst zu einem Outing entschieden. Die Wege zu diesem Outing können sehr vielfältig sein.

  • Ein unfreiwilliges Outing basiert auf einen Zufall, durch den die Partnerin auf eine Auffälligkeit aufmerksam wird und ihren Partner zu Rede stellt. Der Transgender muss sich der Situation stellen, ohne darauf wirklich vorbereitet zu sein. Die Zufälle können ebenfalls sehr unterschiedlich sein.

 

Die Reaktionen der Partnerinnen sind sowohl bei einem freiwilligen wie unfreiwilligen Outing nicht kalkulierbar.

 

Folgende Reaktionen sind möglich:

 

  • Die Partnerin wendet sich schnellstmöglich von ihrem Partner ab und führt die Trennung herbei, ohne dem Thema oder der Beziehung noch eine Chance zu geben. In der Regel hat dann aber die Beziehung schon vorher einen Bruch erlitten und das Outing ist nur noch der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

 

  • Die Partnerin verlangt, dass ihr Partner sofort mit dem Transvestitimus aufhört und sich in ärztliche Behandlung begibt.

 

  • Die Partnerin verfällt in eine Ignorierphase. Sie will von dem Thema nichts hören und nichts sehen. Das Thema quält sie und durch die Ignoranz hofft sie, dass das Thema von alleine wieder verschwindet. Es wird aber nie ganz ausgeblendet. Das Wissen um diese Sache ist immer da und belastet die Beziehung.

 

  • Die Partnerin findet mit ihrem Partner einen Weg, sich mit dem Thema zu arrangieren. Dazu muss nicht zwingend gehören, dass sie sich mit dem Thema auseinandersetzt. Sie toleriert es.

 

  • Die Partnerin setzt sich mit dem Thema auseinander, um es zu verstehen und mit ihrem Partner einen gemeinsamen Weg zu finden, dieses Thema in der Beziehung zu integrieren.

 

Natürlich gibt es auch eine Vermischung der einzelnen Reaktionen, denn die Grenzen sind fließend, oder die Phasen treten hintereinander in unbestimmter Reihenfolge auf.

 

In vielen Fällen lehnt die Partnerin das Thema jedoch ab und versucht durch das Ignorieren den bisherigen Normalzustand wieder herzustellen. Dies erfolgt meistens aus Unkenntnis und Scham. Eine Auseinandersetzung mit dem Thema findet nicht statt, ist jedoch ständig in der Beziehung präsent, auch wenn es zu ignorieren versucht wird. Die Enttäuschung, das Gefühl, hintergangen zu werden, die Unsicherheit, das Unverständnis und die Scham sind so groß, dass zwar das Thema an sich verdrängt werden kann, aber die Auswirkungen deutliche Spuren in der Beziehung hinterlassen.

 

Oftmals sind beide Partner mit der Situation überfordert. Da das Thema ignoriert wird, können sie es auch nicht zur Sprache bringen und eine Klärung herbeiführen. Einer oder beide Partner fühlen sich allein gelassen mit dem Thema und finden keine Ruhe.

 

Hier helfen nur persönliche soziale Kontakte. Das Internet kann ein persönliches Gespräch nur ergänzen, nicht ersetzen.

 

Das Projekt „en femme“ hat sich drei Hauptaufgaben gesetzt:

 

  1. „Frischlingen“ bei den ersten Schritten „en femme“ raus aus den eigenen vier Wänden zu helfen
  2. Partnerinnen zu unterstützen
  3. Aufklärung zu betreiben

 

 

Wenn sich Paare oder Transgender bzw. Partnerinnen an das Projekt wenden, versuchen wir einerseits durch Emails oder Forenbeiträgen zu unterstützen, ermutigen aber auch gleichzeitig dazu, den Weg zu uns zu finden. In einem ausführlichen Gespräch können Ängste, Sorgen, Zweifel, Gefühle, Fragen und das „Kopfkino“ bearbeitet werden.

 

Bisher stehen diese Paare nach dem Outing vor dem nächsten Schritt, bei dem sich der Transgender seiner Partnerin erstmalig „en femme“ zeigen will. Hier treten die ersten Probleme auf, da beide Seiten Angst haben, wie sie aufeinander reagieren könnten. Der Transgender hat zu diesem Zeitpunkt noch nicht seinen eigenen Stil gefunden und wird vermutlich Kleidungsstücke besitzen, die nicht unbedingt als „straßentauglich“ einzustufen sind. Die Perücke passt womöglich auch noch nicht zum Typ. Von Schminkkenntnissen mal ganz zu schweigen, denn in der Regel verfügt der Frischling an dieser Stelle noch nicht über entsprechende Fähigkeiten, sich fraugerecht zu schminken.

 

Das Passing ist in den meisten Fällen jedoch ein entscheidenes Kriterium, wie die Partnerin mit ihrem „en femme“-Partner umgehen wird.

 

Wer Interesse an dieser Unterstützung hat, kann sich gerne bei uns melden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 04. Juli 2010 um 15:34 Uhr
 
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