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Mein Partner ist Transvestit - Wie kann ich damit umgehen? PDF Drucken
Freitag, den 21. März 2008 um 12:46 Uhr
Ein Beitrag von Monika (TG).


Dieser Original-Beitrag wurde aus einem Thread des Forums (registrierter Bereich) "Member-Profile" / "Ich bin Elena" in den öffentlichen Bereich kopiert, da er sehr umfangreich, informativ und fundiert ist.

Monika beleuchtet zusammenfassend sehr viele Aspekte der Frage, wie gehen Bio-Frauen damit um, dass ihr Partner ein Transgender, Transvestit oder Crossdresser (dies ist eine Frage der eigenen Definition) ist.


Mein Partner ist ein Transvestit. - Wie kann ich damit umgehen?

[...] 

Ein hochinteressanter Gedankenaustausch ! Maja, da hast Du mit Sicherheit eine Menge hilfreicher Gesichtspunkte beigesteuert. Und Elena, Du hast einen bemerkenswerten Problemzugang, um die richtigen Fragen zu stellen.


Da muss ich mich fast schon entschudligen, dass ich mich "einmische".

Aber ich habe mir einige Punkte aus Eurem Gespräch notiert, und Manches erinnert mich auch daran, als ich mit 24 Jahren meine erste Frau kennenlernte, wo sich genau diese Probleme auch stellten. Aber darüber vielleicht ein anderes Mal mehr, wenn es denn passen sollte, Elena !

Erste Frage: Was will er damit sagen, dass er mir die Fotos zeigt ?

Jetzt aus der Sicht eines Transgenders: Natürlich ist das ein Türöffner.
Und natürlich möchte er gern mehr von Dir: zunächst das Interesse wecken, dann vielleicht auch Deine Aufforderung, sich mal als Frau zu stylen und sich vorzustellen, sicherlich danach auch mehr, nämlich Deine liebevolle Begutachtung, vielleicht auch kooperative Hilfe beim Schminken und der Zusammenstellung der Kleidung, so eine richtige Art Typberatung (was ja grundsätzliche Akzeptanz bedeutet!) bis hin zum gemeinsamen Shopping (in der Damenabteilung natürlich) und zum gemeinsamen Ausgehen. Das Verkleidungsspiel wird ihn sicher auch stimulieren (deutlich genug?), auch wenn denn das Ausleben der weiblichen Seite bei einem

Wenn Du neugierig bist, wirst Du vielleicht einige dieser Schritte mitgehen. Und das kann sogar mächtig Spaß machen. Da gibt es auf einmal ganz neue Gesprächsthemen in Eurer Beziehung.

Wichtig für Dich ist aber wohl die Frage, wie umfangreich die Beschäftigung mit der Sache werden darf.  Wenn ich das richtig verstehe, dann läßt Du Dich wohl auf einiges ein, aber das Thema darf Eure Beziehung nicht dominieren.

Zum Image von TG bei der Information über das Internet würde ich sagen, dass das dort gezeichnete Bild (bei der Masse der verfügbaren Seiten) eher abschreckend ist. Denn dort dominiert das Bild der Drag Queens, der "Priscilla"-Typen - grell und schrill, wenig natürlich. Gut für einen Flirt, solche Männer im Fummel, wenn Du gut drauf bist, aber nicht für mehr! Für viele, wenn es um den eigenen Partner geht, eher abstoßend!

Wenn Du Dich darauf einläßt, Deinen Freund gelegentlich als Freundin zu akzeptieren, so kannst Du natürlich sein äußerliches Konterfei gewaltig beeinflussen. Denn Du bist die Frau, deren Hilfe und Rat er ja vielleicht auch suchen und gern akzeptieren wird.

Könnte er seine weibliche Seite zurückdämmen oder ganz aufgeben, wenn es Eure Beziehung gefährden sollte ?

Ich glaube, das siehst Du ganz richtig. Das geht für eine Zeitlang, aber dann kann es sein, dass Dein Partner auf die Dauer nicht glücklich sein wird mit diesem Verdrängungsprozess, denn das Bedürfnis kehrt zurück.

Und in der Regel würde er sich Möglichkeiten außerhalb der Ehe suchen, das Zurechtmachen und Ausgehen während einer (möglicherweise sogar vorgeschobenen) Geschäftsreise oder Fortbildungsveranstaltung. Und zu Hause würden seine Sachen irgendwo auf dem Boden versteckt werden, damit er Dich nicht damit konfrontiert. Er würde Kontakte über das Internet suchen, von denen Du nichts weißt usw. - Das muss nicht so kommen, aber ich kenne das alles nur zu gut.

Wichtig ist bei alledem, wie Du schon klar gesagt hast, wie weit die Neigung bei ihm geht, d.h. die Frage, ob sich die Dinge mal so entwickeln könnten, dass er quasi ganz als Frau leben möchte, selbst wenn dies ohne Operation oder Hormonbehandlung angestrebt wird.

Natürlich gibt es manchmal diesen Mechanismus, dass "der Appetit beim Essen kommt", d.h., dass das Verlangen nach der weiblichen Rolle sich steigern kann. In manchen Fällen gibt es diesen Verlauf, dass Crossdressing in echte Transsexualität münden kann.

Für die Mehrzahl der "Betroffenen" ist dies nicht der Fall. Da stellt das Ausleben der weiblichen Seite (meist in der Freizeit) eine Bereicherung der vorhandenen männlichen Anteile dar. die man nicht verlieren möchte. Transvestiten wollen ja ihr Geschlecht nicht wechseln.

Und manchmal passiert sogar das, was Maja oben schildert: Wenn man die weiblichen Anteile eine Weile lang zu exzessiv ausgelebt hat, hat man u.U. eine Zeitlang genug davon. Wer im Beruf, in der Familie und sonst im sozialen Umfeld bravourös seinen Mann steht, wird in der Regel die nötigen Kompromisse machen. Aber auch damit gibt es schon Probleme genug, z.B. wenn man zum Ausgehen als Frau das Haus verlassen will, ohne dass einen die Nachbarn entdecken, oder wenn die Schwiegermutter zu Besuch kommt und alle verdächtigen Dinge in der Wohnung weggeräumt werden müssen, wenn man sorgfältig darauf achten muss, dass keine Reste von Nagellack auf den Fingern zu sehen sind u.v.a.m.

Auch diese Kleinigkeiten (das Versteckspiel) können in einer Beziehung im Alltag belastend sein. Es schwingt ja doch immer die Angst der Partnerin mit, was Andere sagen könnten, wenn sie entdecken oder erkennen, was mit dem Partner los ist. Und wie wird man sich dann herausreden ? Ein Faschingsauftritt mitten im Sommer ??

Solange dies alles in den eigenen vier Wänden verbleiben kann, sind die Probleme jedoch überschaubar und lösbar. Ich sage mir oft: Wer weiß, was die Anderen tun, wovon ich nichts weiß (und vielleicht auch nichts wissen will) ?

Wenn Du im Mai zu unserem Event kommen kannst, raff Dich auf ! Mit Sicherheit wird man viele interessante Gespräche führen können. Und wenn Dein Freund mitkommt, so müßt Ihr Euch ja nicht gemeinsam mit den gleichen Leuten unterhalten.

Auf jeden Fall ist es richtig, dass Ihr Euch Zeit nehmt, Euch mit der Problematik zu befassen. Auch Dein Freund wird seinen Teil beitragen müssen. Nimm ihn notfalls beim Wort und sage ihm: Du möchtest doch gern Frau sein (wenn auch nicht immer!). Also versuche, Dich in die Gefühlswelt einer Frau hineinzuversetzen, die mit einem Problem konfrontiert wird wie diesem !

Ich wünsche Euch ein spannendes Entdecken und bei alledem eine glückliche Hand !
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 21. März 2008 um 13:19 Uhr
 
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