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Projektbeschreibung PDF Drucken
Montag, den 17. März 2008 um 21:04 Uhr

 

Projektbeschreibung: Philosophie & Konzept

 

 

 

 

 

Einführung

 

 

Der Transvesti(ti)smus ist grundsätzlich ein sehr komplexes, vielschichtiges und tiefgründiges Thema, das in der breiten Öffentlichkeit bisher nur mit überwiegend einseitigem bzw. eingeschränktem Wissen bekannt ist. In der Regel wird der Transvestitismus mit Homosexualität, Provokation in der gesellschaftlichen Menge und / oder dem künstlerischen Bereich der Travestie in Verbindung gebracht. Es ist davon auszugehen, dass in der sozialen Gesellschaft über Generationen hinweg Meinungen, Vorurteile und Fehlkenntnisse geprägt wurden – nicht zuletzt durch die Medienwelt. Die Gesellschaft ahnt nichts oder nur wenig von den unterschiedlichen Motivationen zum Transvestitismus, hat kaum oder gar keine Vorstellung davon, wie hoch die Zahl der Menschen ist, die eine latente oder stark ausgeprägte Neigung zum Transvestitismus haben und kennt in der Regel nur zwei Begrifflichkeiten: Transsexualität und Transvestiten. Beide Wörter haften mit nur einer mehr oder weniger festen und oftmals einseitigen Begriffsbestimmung in den Köpfen der Menschen fest. Schlicht und zusammenfassend gesagt: Transsexuelle sind Menschen, die sich gegengeschlechtlich operieren lassen wollen; Transvestiten sind Menschen, die homosexuell sind, in der Gesellschaft auffallen wollen und / oder mit dem Rollenwechsel ihr Geld als Künstler verdienen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Philosophie

 

 

„Philosophie ist die Wissenschaft, über die man nicht reden kann, ohne sie selbst zu betreiben.“
(Zitat: Carl Friedrich von Weizsäcker)

 

 

Die Philosophie des Projekts „en femme“ betrachtet grundsätzlich das Thema Transvestitismus in seiner ganzheitlichen Komplexität, konzentriert sich aber nur auf einen konkreten Teilbereich. Im Projekt werden die Motivationen zum Transvestitismus wie folgt unterschieden:

 

 

  • Fetisch: Jemand hat eine Neigung zu einem oder mehrere konkrete(n) gegengeschlechtliche(n) Kleidungsstück(e) und zieht es gerne an.

     

  • Sex: Jemand wird durch das Tragen gegengeschlechtlicher Kleidungsstücke oder dem gegengeschlechtlichen Rollenwechsel sexuell stimuliert und nutzt das Gefühl oder die Fantasie als Mittel zur sexuellen Befriedigung.

     

  • Kunst / Travestie: Jemand steht in der gegengeschlechtlichen Kleidung zum Zwecke der Unterhaltung vor Publikum.

     

  • Spaß: Jemand trägt aus Gründen des gesellschaftlichen Vergnügens gegengeschlechtliche Kleidung, weil er auffallen möchte, aus Menge herausstechen oder Leute verblüffen möchte.

     

  • Provokation: Jemand stellt eine vollkommen überzogene Karikatur einer Frau dar, um in der Gesellschaft als schriller Paradiesvogel aufzufallen und das „Normalbild“ der Gesellschaft zu stören.

 

 

 

Diese 5 Punkte sind in der Regel alle von ein bis zwei Faktoren abhängig: Spaß und / oder Sex. Es kommt auch zu Vermischungen dieser 5 Punkte. Sie haben jedoch alle eins gemeinsam: Ist der Zweck des Transvestitismus erfüllt, kehren sie in ihre normale, alltägliche Situation zurück und leben ihr biologisches Leben sowohl körperlich als auch mental weiter.

 

 

Es gibt jedoch noch eine weitere Gruppe im Bereich des Transvestitismus. Die Transsexuellen, die in zwei Gruppen unterteilt werden können:

 

 

  • Ganzheitliche Transsexuelle: Jemand, der dauerhaft in der gegengeschlechtlichen Rollen leben möchte und diesbezüglich eine, mehrere oder alle erforderlichen Anpassungen vornimmt, um in der gegengeschlechtlichen „Rolle“ leben zu können. Dazu gehören in der Regel: Körperliche Veränderungen, auch unter Einnahme von Hormonpräparaten; Änderungen der Anrede und des Vornamens in Dokumenten und körperliche, chirugische Eingriffe.

     

  • Seelische Transsexuelle: Jemand, der gelegentlich und vorübergehend in die gegengeschlechtliche Rolle wechselt, dabei aber sein biologisches Geschlecht und sein geschlechtsabhängiges Leben grundsätzlich behält, auch wenn er sich mental im falschen Körper fühlt.

 

 

 

Grundsätzlich können sich auch diese beiden letzten Punkte mit den oben genannten 5 Punkten vermischen. Klare Abgrenzungen gibt es nicht.

 

Transvestitismus betrifft Männer und Frauen gleichermaßen, auch wenn die Anzahl der Frauen deutlich weniger zu sein scheint, weil sie durch das Tragen gesellschaftsfähiger männertypischer Kleidung wie Hosen, derbe Schuhe, Unisex-T-Shirts, -Pullis, -Hemden, -Jacken, kurze Haarschnitte etc. nicht auffallen.

 

 

Das Projekt „en femme“ richtet sich insbesonder an die Gruppe der seelisch transsexuellen, biologischen Männer, die sich mental als Frau fühlen und gelegentlich frauentypische Kleidung tragen, um sich vorübergehend dem anderen Geschlecht zugehörig zu fühlen, ohne dass zwingend der Wunsch nach einer geschlechtsangleichenden Operation damit verbunden ist und / oder einer der o.g. 5 Punkte (Fetisch, Sex, Kunst, Spaß, Provokation) im Vordergrund steht. Ausschließlich der Wunsch bzw. das Ziel nach einer nahezu perfekten Verwandlung in eine Frau, um grundsätzlich in der Öffentlichkeit nicht als verkleideter Mann in der Rolle einer Frau aufzufallen, um sich vorübergehend dem weiblichen Geschlecht zugehörig zu fühlen, ist das vordergründige Motiv für den Transvestitismus.

 

 

Im Projekt „en femme“ wird der Transvestitismus mit einem Leidensdruck (Neigung, Zwang etc.) begründet, der nicht mit einer sexuellen Befriedigung oder dem Ablegen der Kleidung nach einem spaßigen Ereignis beendet ist, sondern seelisch als dauerhaft präsent  empfunden wird. Der Leidensdruck wird oftmals als eine Art „innere Stimme“ oder „inneres Klopfen“ beschrieben, die bzw. das Unruhe, Konzentrationslosigkeit, innere Anspannung, Unzufriedenheit bis hin zu Aggressionen auslösen kann, wenn dem Impuls zur Verwandlung nicht nachgegeben wird. Schon beim „Dressen“ (Kleiden) und „Stylen“ (Schminken, Frisieren) fängt die Seele an, sich zu beruhigen. Oftmals reichen schon ein paar Stunden in der gegengeschlechtlichen Rolle aus, um zur inneren Ruhe zu finden, wobei das grundsätzliche Gefühl als biologischer Mann im falschen Körper zu stecken, nicht vergeht. Die seelische Verfassung wird zwar durch den Transvestitismus beruhigt, aber nicht gänzlich befriedigt. Eine leise Stimme bleibt irgendwie immer.

 

 

Im Projekt „en femme“ wird der Begriff Transgender sowohl als Überbegriff für Transsexuelle, Transvestiten und Crossdresser wie auch als konkrete Bezeichnung der Zielgruppe verstanden. Hintergrund dafür ist einmal die Zugehörigkeit dieser Zielgruppe zu den seelisch Transsexuellen, aber auch die unklare und missverständliche Begriffbestimmung von Transvestiten und Crossdresser, zu denen sich diese Zielgruppe in Ermangelung konkreter und einheitlicher Begriffsbestimmungen ebenfalls zählt.

 

 

Das Projekt „en femme“ ist ausschließlich auf diese Zielgruppe ausgerichtet, weil die eine von zwei Gründerinnen des Projektes zu dieser Zielgruppe zählt, nachdem sie sich über vierundzwanzig Jahre mit dem Thema auseinandergesetzt hat und sich bewusst werden musste, „wo sie steht“, bevor sie sich ihrer Ehefrau (zweite Gründerin) gegenüber „geoutet“ (offenbart) hat.

 

Beide sind aufgrund des Fachwissens und des Selbstverständnisses für diese Zielgruppe zu der Erkenntnis gekommen, dass…

 

1. …diese Zielgruppe einer besonderen Aufmerksamkeit bedarf…

 

2. …in dieser Zielgruppe anfangs eine große Unsicherheit herrscht, weil der Mann oftmals nicht weiß, was mit ihm los ist und sich zunächst für pervers, krank oder sonderlich hält…

 

3. …Dritte über diese Form des Transvestitismus aufgeklärt werden müssen – insbesondere auch Partnerinnen, da das Thema in der Partnerschaft oftmals aus Angst vor dem Unverständnis der Partnerin verschwiegen wird oder nach dem oftmals unfreiwilligen Outing zu einer Trennung oder einer kritischen Veränderung in der Partnerschaft kommt…

 

4. … unerfahrene Transgender Unterstützung suchen, um zu erfahren, was mit ihnen los ist und sich selber zu finden…

 

… , da diese Art des Transvestitismus in der breiten Öffentlichkeit kaum oder gar nicht bekannt ist und deshalb oftmals falsch verstanden wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Konzept: Wege und Ziele

 

 

Häufige Problemstellungen der Transgender:

 

 

  • Fragen der eigenen Identität  

     

    • Wer bin ich? 
    • Was bin ich?

       

    • Ist das normal?

       

    • Frage der Sexualität

       

  • Geheimnisse in der Familie  

     

    • Lügen

       

    • Vertrauensbruch

       

    • Frage des Outings

       

  • Angst davor, entdeckt zu werden  

     

    • Wo verstecke ich meine Sachen? 
    • Wie kann ich ungesehen aus der Wohnung kommen? 
    • Was wird mein soziales Umfeld sagen / denken, wenn sie mich entdecken? 
  • Scheu vor dem Kontakt mit anderen Menschen 

     

    • Mit wem kann ich darüber reden?

       

    • Kann ich Kontakt zu Gleichgesinnten aufnehmen?

       

    • Wie gehen die Gleichgesinnten mit mir um? 
  • Einsamkeit 

     

    • Soziale Isolation 
    • Fehlende Partnerschaft 
  • Erste Schritte „en femme“  

     

    • Wie schminke / style / kleide ich mich? 
    • Traue ich mich raus aus meinen eigenen vier Wänden? 
    • Wo kann ich hingehen?

 

 

 

Irgendwann entwickelt jeder den Wunsch nach einer Hilfestellung. Hier setzt das Projekt „en femme" an. Wir wollen helfen…

 

 

  • zu verstehen, was mit Dir los ist

     

  • Kontakte zu Gleichgesinnten zu knüpfen

     

  • Dich zu stylen und zu schminken

     

  • Mut zu entwickeln, Frau zu sein

     

  • bei Partnerschafts- und / oder Outing-Fragen

     

  • gemeinsam mit anderen etwas zu unternehmen

     

  • Spaß zu haben

     

  • und vieles mehr…

     

 

 

 

Das Projekt „en femme" soll aber Partnerinnen helfen…

 

 

  • zu verstehen, was mit dem Partner los ist

     

  • Ängste abzubauen

     

  • Kontakt zu anderen Partnerinnen aufzunehmen

     

  • Fragen zu beantworten

     

  • und vieles mehr

     

 

 

 

Die Projekt „en femme“ erklärt 3 wesentliche Ziele:

 

1. Neue Transgender (Frischlinge) bei den ersten Schritten „en femme“ zu unterstützen.

 

2. Partnerinnen zu helfen, ihren TG-Partner zu verstehen

 

3. Öffentlichkeitsarbeit

 

 

Es ist als bundesweites Netzwerk konzipiert worden. Dieses Netzwerk besteht aus Netzwerkpartnerinnen und Kooperationspartnern.

 

 

Die Netzwerkpartnerinnen sind erfahrene Transgender, die ihr Know-How Frischlingen zur Verfügung stellen und ihnen somit helfen, ihre ersten Schritte „en femme“ zu machen. „Erste Schritte“ stehen sowohl für die moralische Unterstützung, Tipps und Tricks, Erklärungen und Hilfestellung dabei, sich selbst zu finden, sowie für die ersten wahrhaftigen Schritte „en femme“ raus aus den eigenen vier Wänden.

 

Zu den Kooperationspartnern gehören transgender-freundliche Shops, Kosmetik- und Haarstudios, Fotografen, Restaurants, Kneipen, Berater, Ärzte, Psychologen, Sozialpädagogen, Veranstalter, Selbsthilfegruppen oder Verbunde von Transgendern etc.  

 

Das Projekt bietet diverse Wege zu den erklärten Zielen an:

 

Als hauptsächliches Medium für Informationen, Kontaktaufnahme, Diskussionen, Hilfestellung, Problembehandlung, Tipp und Tricks, Präsentation, Meinungsumfrage etc. steht eine Homepage mit integriertem Forum zur Verfügung.

 

Die Homepage besteht aus einem öffentlichen Bereich und einem für registrierte Member. Die Registrierung wird nach besten Wissen und Gewissen der Projekt-Verantwortlichen geprüft, um die Member des Projektes zu schützen und die Projekt-Philosophie einzuhalten. Dazu gehört z.B., dass keine Hinweise auf sexuelle Vorlieben, Kontakte, Fetische oder ähnliches erlaubt ist, da das Projekt keine Sex-Börse bzw. Dating-Plattform ist und die Mehrheit der Member darauf keinen Wert legt.

 

 

Das Projekt „en femme“ veranstaltet regelmäßig Events, die insbesondere den Bedürfnissen der Frischlinge und der Partnerinnen angepasst sind, d.h.

 

 

  • sie finden in einem geschützten Rahmen unter Gleichgesinnten statt

     

  • die Lokalitäten sind ansprechend und bieten genügend Bewegungsfreiheit, um sich in kleinen Gruppen oder Großgruppen zu unterhalten

     

  • die Möglichkeit zum Austausch steht im Vordergrund und wird nicht durch laute Musik oder störende Nebengeräusche beeinträchtigt

     

  • für das leibliche Wohl wird gesorgt

     

  • in fast allen Räumlichkeiten besteht die Möglichkeit, sich umzuziehen und zu schminken (somit kann als Mann an- und abgereist werden)

     

  • erfahrende Transgender stehen Frischlingen mit Rat und Tat zur Seite

     

  • die Events sind vom Preis-Leistungsverhältnis günstig

     

  • in der Nähe befinden sich transgender-freundliche Übernachtungsmöglichkeiten

     

 

 

Das Projekt ist als Netzwerk auf die Mithilfe der Member angewiesen!

 

Einige Member haben sich als Ansprechpartnerinnen aufnehmen lassen, damit sie per Email oder auch telefonisch schnell unterstützen können, wenn eine sofortige Kontaktaufnahme erforderlich ist. Die Ansprechpartnerinnen stehen auch nach Terminabsprache für einen persönlichen Kontakt zur Verfügung, z.B. zur Unterstützung beim Schminken oder Gesprächsbedarf.

 

 

Die Member des Projektes helfen mit ihren qualifizierten, fundierten und offenen Forenbeiträgen bei Fragen, Sorgen oder Problemen und geben auch gerne Tipps. Im Projekt wird auf einen höflichen Umgangston untereinander, ein unterstützendes Miteinander und inhaltlich sinnvollen Beiträgen von Fachwissen und Selbstverständnis geachtet (wobei das Selbstverständnis deutlich im Vordergrund steht).

 

 

Beiträge der Member werden nach Rücksprache aus dem Forum in den öffentlichen Bereich der Homepage eingestellt, um Dritte zu informieren.

 

Flyer und bundesweite Aktionen helfen den Membern in der Öffentlichkeit über sich aufklären.

 

 

Da das Projekt „en femme“ als bundesweites Netzwerk konzipiert wurde, werden bundesweit Netzwerkpartnerinnen gesucht, die der Philosophie und dem Konzept des Projektes folgen wollen, weil sie von der Idee überzeugt und begeistert sind. Wer an dem Netzwerk-Prinzip interessiert ist, kann sich unter dem Menü-Punkt 
>> Netzwerkpartnerinnen << informieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 14. Mai 2013 um 18:11 Uhr
 
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