User Menu

Sie sind nicht eingeloggt.

Bookmark uns

AddThis Social Bookmark Button
Wissenswertes über Transgender PDF Drucken
Geschrieben von: Aldo   
Donnerstag, den 11. Oktober 2007 um 20:45 Uhr

 

Wissenswertes über Transgender

 

Viele Transgender (TG), Transvestiten ( TV) oder Crossdresser (CD) – es gibt noch andere Bezeichnungen - sind biologische Männer, die sich mental als Frau fühlen und gelegentlich frauentypische Kleidung tragen, um sich vorübergehend dem anderen Geschlecht zugehörig zu fühlen.

 

Dieses Gefühl entwickeln einige von ihnen bereits in der Kindheit, andere erst in der Pubertät und wieder andere verdrängen es lange Zeit, bis sie irgendwann im Erwachsenenstadium einen so starken inneren Leidensdruck erfahren, dass sie eine sehr rasante Entwicklung in ihrem Leben nachholen müssen, die sie Jahrzehnte lang unterdrückt haben.

 

Das Gefühl ist kaum zu beschreiben. Dennoch tritt es bei allen auf und verursacht eine innere Unzufriedenheit, Unruhe und Unausgeglichenheit bis hin zu Aggressionen. Ein TG hat das Gefühl ungefähr so beschrieben: „Wochenlang spüre ich nichts. Dann bin ich so zufrieden, wie ich bin. Ich bin ein Mann und alles ist gut. Dann aber ganz plötzlich, ohne erkennbaren Grund, klopft irgendwas von Innen gegen meine Schädelplatte. Ich werde unruhig und unkonzentriert. In mir entsteht eine Art Zwang, dass ich meine Seele zufrieden stellen muss, damit ich mich wieder wohl fühle. Meine Seele fördert dann die Frau in mir zum Vorschein. Wenn ich mich dann gedressed und gestylt habe, fühle ich mich sehr wohl. Es reichen oft nur ein paar Stunden aus und ich dann zurück in mein männliches Ich und habe wieder für eine unbestimmte Dauer Ruhe.“

 

Es gibt dieses Phänomen seit Menschengedenken und in allen Kulturen weltweit. Bis heute jedoch gibt es keine medizinisch, wissenschaftlich oder psychologisch belegten Erkenntnisse, woher diese seelische Transsexualität kommt. Es besteht der Verdacht, dass bei der Zeugung des Kindes das Y-Chromosom beschädigt wurde und somit für eine Veränderung in der Entwicklung des Mannes, die aber in den meisten Fällen nur seelischer Natur ist, verantwortlich ist. Es gibt noch andere Erklärungsversuche, aber dies scheint im Augenblick die weitläufigste Meinung zu sein.

 

In der Regel sind Transgender hetero-sexuell orientierte Männer. Oft leben sie in einer langjährigen Partnerschaft und haben auch Kinder.

 

Ob der TG sexuelle Motive mit der Verwandlung in eine Frau verfolgt, kann nur vom Einzelfall beantwortet werden. Die meisten TG, mit denen ich gesprochen habe und die wir über das Projekt „en femme“ ansprechen, haben keine sexuelle Motivation und leben in der Regel auch keinen sexuellen Fetisch aus.

 

Die Dunkelziffer der Männer, die sich mental als Frau fühlen, ist sehr hoch. Es liegen zwar keine konkreten Zahlen vor, da diese Personen in der Regel keinen Arzt aufsuchen und somit statistisch bei den Krankenkasse nicht erfasst werden, dennoch ist es unstrittig, dass eine hohe Anzahl an Männern latent oder bewusst diese Neigung verspüren.

 

Die Erfahrung zeigt, dass die betroffenen Männer anfangs das Gefühl haben, pervers oder abartig veranlagt zu sein. Sie schämen sich und versuchen, ihre Neigung zu unterdrücken. Irgendwann beginnen sie ihre Neigung im Geheimen auszuleben. Anfangs nur ab und zu mal, später dann immer öfters. Sie kaufen sich Kleidungsstücke, Perücken und Schuhe. Im Laufe der Zeit vernichten sie mindestens einmal ihre gesamten weiblichen Bestände und schwören sich, sofort damit aufzuhören. Das hält in aller Regel nur für einen begrenzten Zeitraum an und dann kommt die Neigung mit den oben beschriebenen Symptomen verstärkt wieder: Unruhe, Unkonzentriertheit, Unzufriedenheit, Aggressionen … Es ist ein Teufelskreis, der nach weitläufiger Meinung von Psychologen und Betroffenen auch nicht therapierbar ist. Diese Neigung ist eine vergleichbare Veranlagung wie die sexuelle Ausrichtung: hetero-sexuell, schwul, lesbisch oder bi-sexuell. Experten sind inzwischen zu der Erkenntnis gekommen, dass man die sexuelle Ausrichtung eines Menschen nicht an- oder umerziehen kann.

 

Jahrelang verheimlichen sie ihrem Umfeld diese Neigung, weil in der heutigen Gesellschaft die Menschen ein von Medien geprägtes Bild über Transvestiten haben und dies nicht der Realität dieser Männer entspricht. In unserer Gesellschaft ist Transvestitismus eines der letzten Tabu-Themen, das noch nicht in dieser Form bekannt ist und oftmals belächelt wird, weil die breite Masse ein bestimmtes Bild im Kopf hat: Tunte, Tucke, schwul, Olivia Jones ( Drag-Queen), Freak, pervers, schwach, weibisch… Insbesondere Männer haben erhebliche Verständnisprobleme mit diesem Thema, da sie die Männer nicht ernst nehmen können, die sich in der Rolle einer Frau wohl fühlen. Frauen gehen in der Regel verständnisvoller und interessierter mit dieser Thematik um. Insbesondere dann, wenn sie nicht persönlich oder direkt betroffen sind.

 

Partnerinnen haben in aller Regel erhebliche Probleme mit dem Wissen um das Geheimnis ihres Mannes. Sie haben ein konkretes Bild im Kopf, wie ihr Mann sein muss. Dies ist ein Bild, das von der Gesellschaft geprägt ist. Die Gesellschaft diktiert uns, wie Männer und Frauen zu sein haben. Sie lassen es nicht zu, dass jemand aus dem klassischen Raster „das ist ein Mann“ bzw. „das ist eine Frau“ ausbricht. Lediglich die Industrie ist langsam am Umdenken und stellt immer mehr Uni-Sex-Kleidung und andere Produkte her. Dieses Umdenken ist ein wichtiger Prozess in einer Partnerschaft mit einem Transgender. Die Partnerin sollte sich nicht abwenden oder gar verlangen, dass der Mensch, den sie liebt, seine Neigungen einfach so abstellt. Das kann er nicht! Wenn er es tut, dann entsteht ein innerlicher Leidensdruck, der ihn irgendwann rückfällig werden lässt. Entweder er lebt es dann wieder heimlich aus oder die Beziehung zerbricht.

 

Eine Partnerin, die sich mit der Thematik auseinandersetzt und bereit ist, die weibliche Seite in ihrem Partner zu tolerieren, wird viele neue und interessante Erfahrungen machen. Aber auch der TG muss es zu lassen, seine Partnerin als Freundin an seiner Seite zu akzeptieren. Gemeinsam ist die Situation einfacher zu ertragen, als wenn jeder für sich versucht, mit dem Problem zurecht zu kommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 07. April 2013 um 16:56 Uhr
 
Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits